Aktienrückkäufe bremsen den tiefen Fall

Eine Achterbahnfahrt ist nichts gegen das, was Aktionäre zurzeit an den Börsen erleben. Nach dramatischen Kursstürzen geht es wieder steil bergauf, nur um dann in den nächsten tiefen Fall zu münden. Glücklich sind diejenigen, die ihre Gewinne mit Stop-Loss-Limits abgesichert haben. Sie können in aller Ruhe auf die Zeit für den Wiedereinstieg warten. Aber auch Aktionäre, die den massiven Rückgang der Kurse in den letzten Wochen vollständig mitgemacht haben, sollten nicht in Panik verfallen. Stattdessen gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und die Gelegenheit zu nutzen, das eigene Depot kritisch zu analysieren. Gerade für langfristig orientierte Investoren ist es nicht sinnvoll, gute, substanzstarke Gesellschaften jetzt mit Verlust aus den Depots zu verbannen. Auch die Unternehmen sind von der momentanen Entwicklung nicht sonderlich begeistert. Sinkende Kurse bedeuten nicht nur unzufriedene Eigentümer und schwindende Chancen, eine vielleicht dringend notwendige Kapitalerhöhung durchzusetzen. Sinkende Kurse erhöhen für Gesellschaften ohne Großaktionäre auch deutlich die Gefahr, zum Übernahmeziel zu werden. Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass Unternehmen, die über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen, nach Möglichkeiten suchen, den teilweise dramatischen Kursverlusten etwas entgegenzusetzen. Ein viel genutztes Mittel sind gegenwärtig Aktienrückkaufprogramme. Auf den Hauptversammlungen der meisten AGs haben die Anteilseigner entsprechenden Vorratsbeschlüssen zugestimmt, die das Unternehmen dazu ermächtigen, bis zu 10 Prozent des Grundkapitals pro Jahr zurückzuerwerben. Solche Maßnahmen können zwar eine rollende Lawine nicht aufhalten. Sie können aber dafür sorgen, dass der Aktienkurs nicht ins Bodenlose fällt.

 

Ulrich Hocker